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Geschichtlicher Hintergrund

500 Jahre Kirche Stammheim - Der geschichtliche Hintergrund

Die reformierte Kirche in Unterstammheim

Als die Galluskapelle in Oberstammheim, die erste Pfarrkirche des Stammertales, für die wachsende Bevölkerung nicht mehr genügte, wurde in Unterstammheim am Anfang des 14. Jahrhunderts eine neue Kirche gebaut. Wie einige Fundamentreste andeuten, handelte es sich immer noch um einen vergleichsweise kleinen Bau, vermutlich mit einem Dachreiter. Am Vor-abend der Reformation erwirkten die Stammer bei ihrem kirchlichen Oberherrn, dem Abt des Klosters St. Gallen das Recht, eine grössere Kirche zu bauen. 1517 entstand ein spätgotischer Neubau wie in anderen Gegenden der Zürcher Landschaft.

Von dieser vorreformatorischen Kirche ist noch der Chor mit seinen gotischen Rippengewölben erhalten. Die Gewölbebemalung durch die Familie Haggenberg wurde nach Ausbruch der Reformation übermalt. Nach ihrer Entdeckung anlässlich der Renovation 1923 wurde sie stark beschädigt und wieder überdeckt. Bei der Erneuerung des Chors 2002 entschloss man sich für die erneute teilweise Freilegung und Restauration. Über naturalistischem Rankenwerk ist der Matthäus als Engel dargestellt, darunter der lateinische Anfang seines Evangeliums. In einem Gewölbezwickel erkennt man den lateinischen Kirchenvater St. Augustinus.

Neben dem Chor ragt der Turm 36 Meter hoch empor, ein Bauwerk von beeindruckender Wucht und Grösse. Die festungsartigen Mauern sind über anderthalb Meter dick, das Zifferblatt ist mit einem Durchmesser von sechs Metern das zweitgrösste der Schweiz. Vier Glocken bildeten das ursprüngliche Geläute. Die beiden ältesten stammten vermutlich aus dem 14. Jahrhundert. 1949 erhielt die Kirche ihre heutigen fünf Glocken.

1688 musste das Kirchenschiff auf dem unruhigen Untergrund zum dritten Mal neu gebaut werden, aber bereits 1778/79 war wieder ein Neubau fällig, das heutige Schiff mit Gipsdecke und Stukkaturen. Damals wurde an der Westseite der Kirche ein Teil des heutigen Pfarrhauses neu errichtet. Im einfachen nachreformatorischen Chorgestühl nahm der Stillstand, die damalige Kirchenpflege, am Gottesdienst teil. Die Renaissancekanzel stammt aus dem Jahr 1611, der Taufstein aus dem Jahr 1642. In den Chor, der seit der Reformation ohne Funktion geblieben war, wurde 1900 die erste Orgel gestellt. Bei der Renovation von 1923 versetzte man sie auf die Westempore. Die Kirche erhielt 1975 ihre heutige Orgel.

Die mittelalterliche Marienkirche Unterstammheim wurde im Lauf ihrer Geschichte durch Neu- und Umbauten, vor allem nach der Reformation, immer wieder verändert. Heute und in Zukunft gilt es, bei fälligen Renovationen verschiedene Anliegen in Einklang zu bringen: die Forderungen der Denkmalpflege, den Einbezug moderner technischer Einrichtungen und neue, vielfältigere Formen des Gottesdienstes.

Markus Diener

 
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