Die Antoniuskapelle in Waltalingen


Das kleine Gotteshaus ist wohl als Hauskapelle der Ritter von Schwandegg entstanden. Seine merkwürdige äussere Gestalt rührt von den bescheidenen Mitteln und den mannigfaltigen Schwierigkeiten her, welche die Vollendung des Baues über Generationen hinauszögerten. Recht ungewohnt wirkt der hochragende Chor mit dem stattlichen Dachreiter. Daneben duckt sich ein überaus bescheidenes Mittelschiff, während ein später angebautes Längsschiff einen ausgewogenen Abschluss bildet.

Vollends im fernen Mittelalter fühlt man sich jedoch, wenn man seinen Blick durch das verwinkelte Halbdunkel des Kirchenraumes schweifen lässt: holperige Fliesen und ausgetretene Stufen, ausgebleichte Chorstühle mit verschnörkelten Namenszügen, während Jahrhunderten glattgescheuerte Sitze und Lehnen, aus der Decke hängende Glockenseile, darüber ein altertümliches Tonnengewölbe aus Tannenriemen. Von den düsteren Wänden aber heben sich seltsam bewegte Bilder ab. Szenen aus der Passionsgeschichte und gegenüber der heilige Antonius, umringt von Kranken und Hilfsbedürftigen, zeugen von der einfachen Frömmigkeit früherer Geschlechter.


Weitere Literartur:


Die Antoniuskapelle in Waltalingen (Autor: Markus Diener)